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Biographie
Peter Glaser wurde 1957 in Graz geboren und lebt als Schriftsteller in Berlin. Das Mitglied des Chaos Computer Clubs begleitet seit mehr als zwei Jahrzehnten die technologischen Leitströmungen der digitalen Welt und ihre kulturellen Folgen. Ingeborg-Bachmann- Literaturpreis 2002.

Trends: Future

Klick und weg

Überall steht Hardware herum. Sperrige Blechkisten, aus denen Lüfter lärmen, wuchtige Bildschirme, Drucker in mindestens Brotkastenformat.
Einzig Mobiltelefone sind manchmal schon so klein, dass man befürchten muss, sie in einem unvorsichtigen Moment einzuatmen.
Nun beginnen die Geräte sich endlich in Jacken, Schuhe und Schmuck zu verkriechen. Allein in den USA gibt es 100 Millionen Mobiltelefonbesitzer, die durchschnittlich sechs Minuten täglich telefonieren, aber Stunden damit zubringen, in Taschen, Mänteln oder Rucksäcken nach ihrem Handy zu graben oder es zu verstauen. Gegen diese Zeitvergeudung gehen nun Kleidungshersteller und Goldschmiede vor. Bekleidung hat inzwischen nicht mehr nur Taschen für Handys und MP3-Player, sondern manchmal bereits integrierte (mitwaschbare) Verkabelung, Mikrofon im Kragen, Kopfhörer und integriertes GSM-Handy nebst Musikplayer. Intelligente Outdoor-Anzüge können im Notfall via Satellit die Position des Trägers durchgeben, außerdem Informationen über seinen Gesundheitszustand, den Sensoren in der Kleidung ermittelt haben.
Hörer im Ohrclip
Die Juwelierin Denise Chan hat gemeinsam mit IBM-Wissenschaftlern Ohrclips geschaffen, die auch als winzige Telefonhörer fungieren. Und es muss auch nicht mehr klingeln, wenn man ans Telefon gehen soll: Ein Anruf kann ebenso gut die Form eines Rings annehmen, der je nachdem, wer anruft, in verschiedenen Farben zu pulsieren beginnt. Die Preziosen gehören mit zu den vielfältigen Versuchen, Technologie so nahtlos in den Alltag zu integrieren, dass sich die gegenwärtige Maschinenraum-Anmutung verliert.
Im Grunde gibt es nur noch einen Wunsch an künftige Kommunikations- und Computertechnik: Die Hardware soll verschwinden, nur die Funktionen sollen bleiben. 1892 hatte Max Pleßner behauptet, die Entwicklung einer Diktierschreibmaschine stehe demnächst bevor. Aber Stimmerkennung ist immer noch nicht perfekt gelöst.
Ein Hauch von Licht
Wie es geht, zeigt eine Weiterentwicklung der Multimedia-Kioske, zu denen Bankomaten und Informationszapfsäulen gehören. Bisher waren die Geräte klobig und martialisch – „vandalismusfest“. Neue Systeme bestehen nur noch aus einem Projektor, der, was zuvor auf einem von Fettfingern verschmierten Touchscreen zu sehen war, auf eine beliebige Fläche wirft. Eine Infrarotkamera erkennt, wohin ich mit meinem Finger zeige. Es genügt ein smarter Hauch von Licht. Eine Handbewegung, und es macht Klick. Es ist so, wie es sein sollte, wenn Hightech im Spiel ist. Wie Zauberei, bloß wirklich.
Peter Glaser wurde 1957 in Graz geboren und lebt als Schriftsteller in Berlin. Das Mitglied des Chaos Computer Clubs begleitet seit mehr als zwei Jahrzehnten die technologischen Leitströmungen der digitalen Welt und ihre kulturellen Folgen.
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