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Zur Person

Dr. Hans-Joachim Popp. Der promovierte Elektroingenieur ist seit Januar 2005 CIO des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Er arbeitete als Produkt- manager bei Dräger Medizininformatik, bevor er 1999 als CIO zur TÜV Product Service GmbH, später als IT Operations Manager zum TÜV Süd- deutschland wechselte.

Zitat

„Unser Erfolg bemisst sich darin, wie präzise und schnell wir die Wünsche unserer Kunden – manchmal auch ‚Unmögliches‘ – erfüllen können.“
Dr. Hans-Joachim Popp,
CIO des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt

„Wir hatten schon immer einen Raketen-Bonus“

Der CIO des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Dr. Hans-Joachim Popp, im Gespräch mit Ulrich Strasse, Key Account Manager DLR bei T-Systems Solutions for Research (SfR) über Standards und Flexibilisierung, schnellstmögliche Kollaboration, transparente Dienstleister und ‚Bayern München-Effekte‘ im Wettbewerb.
Herr Dr. Popp, der Wunsch nach Standardisierung und spezifische Anforderungen an Arbeitsplatzsysteme gelten noch vielerorts als ‚Gordischer Knoten‘. Wie lässt sich dieser Knoten lösen?
Es stimmt, das bleibt schwierig, aber die Zeit arbeitet auch für uns. Ein Arbeitsplatzrechner ist heute so leistungsfähig, dass sich auch die meisten Forschungsarbeiten damit problemlos erledigen lassen. Wenn Sie heute das Büro z.B. eines Solarforschers mit dem eines Controllers vergleichen, sehen Sie an deren Computern in der Regel keinen Unterschied mehr. Trotzdem stößt die Standardisierung natürlich an Grenzen. Diese auszuloten, ist eine ständige Aufgabe meines Teams. Der IT- Dienstleister muss darauf achten, dass die von ihm angebotene Standardleistungen nicht zu Lasten der Effektivität gehen und auf der anderen Seite trotzdem alle „Economies of Scale“ auch realisiert werden.
Wo treffen Sie sich für die Feinabstimmung?
Wir versuchen, die Anforderungen der Forscher in der Tiefe zu verstehen und die technischen Dinge von Aspekten wie Gewohnheit und Vorlieben zu trennen. Ich benutze gern das Bild der optischen Bank aus Granit, die – um gute Forschungsergebnisse zu erreichen – möglichst stabil und konstant sein muss. Der Forscher muss sich auf das Experiment konzentrieren können und nicht von schlecht funktionierenden Werkzeugen abgelenkt werden. Für diese störungsfreie Solidität, Verlässlichkeit, ist der IT-Dienstleister verantwortlich.
Also müssen sich IT-Innovationen vor ihrer Anwendung im wissenschaftlichen Umfeld bereits bewährt haben?
Richtig. Wir sind naturgemäß brennend interessiert an IT-Innovationen, aber in Experimenten, in denen sie eben nicht Forschungsgegenstand sind, haben sie nichts zu suchen. Da schließen wir Risiken gern aus, wo immer es geht. Ein wichtiger Teil unserer Experimente findet in Computersimulationen statt, auf möglichst schnell und präzise rechnenden Systemen. Das Schlimmste was dann passieren kann ist, dass nach zwei Wochen Rechnen auf dem allerneusten Prozessoren ein Hochleistungsrechner abstürzt und wertvolle Ergebnisse verloren sind. Der schnellste Rechner nützt nichts, wenn er immer wieder ausfällt.
Beim Outsourcen Ihrer Rechenkapazitäten waren Sie experimentierfreudiger, warum?
Überhaupt nicht. Früher wollten die Forscher ihre Rechner neben sich haben, möglichst unter dem eigenen Schreibtisch – da waren viele Emotionen, viel Unsicherheit im Spiel. Dass unsere Rechnersysteme besser da aufgebaut werden, wo sie auch gut betreut werden – Stromversorgung, Klimatisierung und Zugangssicherung spielen da eine große Rolle – ist extrem wichtig. T-Systems hat deshalb die Systeme zunächst in den Standortrechenzentren zusammengeführt und jetzt verlegen wir sie schrittweise in ein standortübergreifendes Kernrechenzentrum Insofern war unser Outsourcing an T-Systems gerade kein Experiment – eher das Gegenteil. Eine eigentlich konservative Entscheidung, obwohl wir im wissenschaftlichen Umfeld die Ersten waren, die das so gemacht haben.
Hinzu kommt folgendes: Gerade Hochleistungsrechner entwickeln sich so schnell weiter, dass neue Hardware ohne Verzögerung in Betrieb gehen muss. Im Eigenbetrieb eines Instituts kann es da schon mal zu Problemen kommen. Deshalb habe ich gesagt: SfR zieht eine erprobtes Rechnerdesign aus der Schublade, auch wenn es in dem Moment nicht der absolut ‚letzte Schrei‘ ist, dafür aber sofort anfängt zu laufen. So konnten wir über 20 verschiedene Cluster in eine standardisierte Umgebung bei T-Systems bringen.