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Interview
Interview
Annette Schwer,
Direktorin der Schule für Circuskinder in NRW
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Direktorin der Schule für Circuskinder in NRW
Zitat
„Besonders für meine Fernlernschüler in Spanien, Ungarn oder schweden hat der Webunterricht auch als soziale Komponente eine große Bedeutung.“
Oliver Thier,
Onlinelehrer der Circusschule NRW
Onlinelehrer der Circusschule NRW

Vorhang auf für Online-Artisten
Zirkuskinder in Nordrhein-Westfalen entdecken in der „Schule auf Rädern“ eine zauberhafte neue Welt – dank der T-Systems-Bildungsplattform „Edunex“.

1994 wurde die staatlich genehmigte und private „Schule für Circuskinder“ als Ersatzschule ins Leben gerufen, heute werden insgesamt 231 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 18 aus 66 Unternehmen unterrichtet. Hierbei spielt der Kontakt über den PC und das „Online-Lernen“ eine zunehmend wichtige Rolle. Ziel ist, alle Kinder „online“ zu erreichen – mit finanzierbaren Netbooks und europäischen UMTS-Karten.
Der Schulwagen als Tor zur Welt
Haben die Artisten, Akrobaten und Dompteure den Schulwagen erst einmal erobert, heißt es „Manege frei!“ für ein deutschlandweit einmaliges Bildungs- system. Im Durchschnitt fünf echte Stunden pro Schultag büffeln die Zirkuskinder im Schulmobil, jeder an seinem eigenen Laptop, jeder in seiner eigenen Lernstufe. Möglich macht das das ausgeklügelte Modulsystem der „Schule für Circuskinder“. In der Zeit, in der die Lehrkraft nicht vor Ort ist, kommt eine spezielle Anwendung von T-Systems zum Einsatz, die Lerninhalte zeit- und ortsunabhängig zur Verfügung stellt. Mit Hilfe der multimedialen Lehr- und Lernplattform „Edunex“ betreten die Schüler den Virtual Classroom.
Ausgerüstet mit einem Headset kommunizieren die Liliput-Stars wie in einem Internet-Forum per Voice- oder Text-Chat. Pädagogen wie Oliver Thier sitzen oft hunderte Kilometer entfernt in ihrer Privatwohnung und steuern den Unterricht von einem Dutzend und mehr Heranwachsenden. Die „Edunex“-Onlineplattform, die unter anderem auf Bildungsinhalte renommierter Schulbuchverlage zurückgreift, umfasst ein Bibliothekssystem und einen aufgabenbezogenen, individuellen Lernplan. Mittels des neu entwickelten „EduKey“ könnten Betreuer und Schüler zudem schon bald in der Lage sein, biometrisch sicher auf die Lerninhalte zuzugreifen – per individuellem Fingerabdruck.
Neue Chancengleichheit
Die Vorteile der innovativen T-Systems-Technologie haben auch sozialen Charakter: Kinder ohne eigenen Computer sind ab sofort nicht mehr benachteiligt. Schüler mit Migrationshintergrund können auf individuelle Aufgaben und grenzüberschreitenden Sprachunterricht bauen. Betreuerin Eva Röthig legt viel Wert darauf, nicht als Lehrerin bezeichnet zu werden, sondern den Schülern nur als Ratgeberin und Moderatorin zur Seite zu stehen. „Die älteren Jungs und Mädchen bestimmen, ob sie zwei Wochen Bock auf Mathe haben oder eben nicht. Ich schaue nur, dass sie am Ende des Schuljahrs alle für den Abschluss notwendigen Bausteine für ihr Curriculum gesammelt haben“, erklärt die engagierte Pädagogin das offene Lernfeld und die individuellen Lernpläne des Projekts.
Mehr zu den Zirkuskindern erfahren Sie in der aktuellen Printausgabe von Best Practice.


