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Zur Person

Horst Ellermann ist Chefredakteur des „CIO-Magazin“ (seit 2004) und der CFOworld.de (seit 2009). Der 42-jährige war zuvor Ressortleiter bei der Zeitschrift „Tomorrow“ und redakteur bei der „Süddeutschen Zeitung“. Von ihm erschien unter anderem das Buch „Rohstoff Bildung“ im Ullstein-Verlag. Ellermann hat Publizistik, Politik und Psychologie an den Universitäten von Berlin und Essex studiert.

Der Metatrend der nächsten Dekade – Digital Natives einfangen

Die Trends der Analysten für 2010 zeigen eine klare Agenda für CIOs. Trotzdem beschleicht IT-Chefs das Gefühl, dass hinter den Prognosen ein Metatrend liegt, der sich mit Virtualisierung oder anderen IT-Ansätzen gar nicht einfangen lässt: „Digital Natives“ drängen in die Unternehmen. Die jungen Wilden, die schon im Kinderzimmer ihre Computer aufgemotzt haben, sind im Unternehmens-Alltag aber gar nicht so fürchterlich wie angenommen. Sie lassen sich durchaus integrieren, wie eine Studie des CIO-Magazins in Zusammenarbeit mit der TU München zeigt.
Zunächst zu den Trends: Expertons Forscher zeigen sich bodenständig. Global Research Director Luis Praxmarer sieht als obersten Trend auf der CIO-Agenda die Einführung von Windows 7. 2010 werden fast alle Microsoft-Kunden in die Planungs- und Testphase eintreten. Trend 2 heißt bei Experton „Virtualisierung“. Das Ziel sei jetzt, den Prozentanteil der virtualisierten Server zu erhöhen und mit Speicher- und Client-Virtualisierung anzufangen. Bei Trend 3 wird der Trend-Scout eher nebulös. „Cloud Computing“ sei mehr als ein Hype, es werde alle IT-Bereiche in den nächsten zehn Jahren beeinflussen. Die wichtigsten Trends sind laut Forrester „Business Intelligence in Echtzeit“, wobei die IT-Abteilung sicherstellen muss, dass Anwender sich möglichst einfach der Geschäftsdaten bedienen können. Zweitens „Software as a Service“, denn SaaS ermögliche es auch Nicht-ITlern, Anwendungen anzupassen und neue einzuführen. Und drittens: „Collaboration plattforms“, also Software-Lösungen, die sich von dokumentenzentrierten zu mitarbeiterzentrierten Angeboten weiter entwickeln. 2012 werden 20 Prozent der Unternehmen gar keine IT mehr besitzen, sagt Gartner voraus. Bedingt wird dies durch Outsourcing, Virtualisierung, Cloud Computing. Ebenfalls 2012 wird Facebook mit Facebook Connect zur zentralen Schnittstelle für das Social Web, prognostiziert Gartner.

Auf Du und Du mit dem Computer

2010 bis 2020 kommen die Digital Natives, die nach 1980 geboren wurden und Muttersprachler im Umgang mit dem Computer sind. Wer heute mit unter 20 in einem Unternehmen arbeitet, zeigt sich viel zufriedener mit der Firmen-IT als der Durchschnitt aller Mitarbeiter (Note 2,3 im Vergleich zur Durchschnittsnote 2,6 auf einer Skala von 1 bis 5). 2009 hat sich wieder bestätigt, dass die jüngsten Mitarbeiter nur in Einzelkategorien nörgeliger sind als die restliche Belegschaft (Computer, E-Mail, Portale). Die Möglichkeit, mit Wikis, Blogs oder Instant Messaging zu arbeiten, halten sie für schlecht – jedoch immer noch für besser als die älteren Mitarbeiter.
Mehr zum Thema Technologie-Trends und Digital Natives erfahren Sie in der neuen Ausgabe von Best Practice.