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Interview

„Das Beste an Amsterdam sind seine Menschen.“
Jan Wisse leitet seit 2003 als „Algemeen Directeur“ (CEO) die ­T-Systems Nederland.
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Trends: Booming Cities

Welkom in Amsterdam!

Pfeffersäcke und Poldermodell, Freizügigkeit und kalvinistische Strenge – man hat sich die Niederlande als glückliches Königreich vorzustellen.
Was auf angriffslustige Vierbeiner zutrifft, gilt auch für Amsterdams Radler: Eigentlich sollte auf speziellen Schildern vor ihnen gewarnt werden. Denn sie kommen von allen Seiten, immer unerwartet und ohne Licht. Nur allzuoft müssen ahnungslose Touristen erschreckt zur Seite springen. Denn die gucken überall hin, bloss nicht auf die Strasse. Nach malerischen Hausbooten zum Beispiel. Durch gardinenlose Fenster in die Wohnzimmer. Oder nach den Giebeln der Grachtenhäuser, die mit ihren weissen Fensterrahmen aussehen wie Schokolade mit Sahne. Amsterdam, so sagte einst ein Fotograf, ist Naschen mit den Augen.
„An dieser Stadt kann man sich nicht sattsehen“, bestätigt Eva-Maria Mayring. Die 50jährige Münchnerin ist oft in Amsterdam. Am liebsten setzt sie sich in eines der vielen braunen Cafés und lässt die Menschen an sich vorbeiziehen: „Diese lockere Atmosphäre, dieses bunte Völkergemisch!“
In Amsterdam leben Menschen aus mehr als 140 Ländern. Andersdenkende und Flüchtlinge haben in diesem Schmelztiegel der Nationen immer wieder ihr Heil gesucht. Ihnen verdankt die Stadt auch ihr Goldenes 17. Jahrhundert, als der berühmte Grachtengürtel entstand.
Seine berüchtigtste Attraktion ist das Rotlichtviertel de Wallen. Doch das sollte man links liegen lassen, es gehört zu den ausgetrampeltsten Touristenpfaden der Welt. Als Geheimtipp hingegen gilt immer noch der Jordaan, ein Kleine-Leute-Viertel mit malerischen Innenhöfen, originellen Läden und gemütlichen Kneipen.
Erste Aktiengesellschaft der Welt
Für Kunstfreunde sind van Gogh- und Reichsmuseum ein Muss. Daneben gibt es viele ausgefallene Institute: das Wissenschaftszentrum Nemo etwa. Direkt vor ihm am Kai kann man an Bord der Amsterdam gehen: Das 48 Meter lange Holzschiff ist die exakte Kopie eines Handelsschiffs der 1602 gegründeten Ostindischen Handelskompagnie VOC - der ersten Aktiengesellschaft der Welt.
Ein Handelsvolk sind die Niederländer noch immer: Shell oder Philips etwa haben ihren Sitz in Amsterdam . An der Zuidas im Süden entsteht derzeit ein Handelszentrum mit aufregenden Wolkenkratzern. Liebhaber moderner Architektur kommen auch im Norden auf ihre Kosten: Dort werden alte Hafengebiete erschlossen mit spektakulär renovierten Kontoren und witzigen, modernen Grachtenhäusern.
Lekker essen
Kulinarisch hat sich ebenfalls viel getan. Böse Zungen bezeichnen Holland zwar immer noch als kulinarisches Entwicklungsland. „Aber inzwischen gibt es viele Restaurants mit ausgezeichneter internationaler Küche“, weiss Michael Lehner. Der TV-Produzent aus Zürich geht bei Amsterdambesuchen am liebsten ins 11, ein Restaurant mit Club und Bar im elften Stock eines Hochhauses. Hier kann man nicht nur lekker essen und swingen. Dank des Panoramablicks tun viele hier vor allem eines: mit den Augen naschen.
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