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Mobilität – und die Grenzen des fliegenden Teppichs

Um Kunden zu besuchen oder aktuelle Projekte zu betreuen – meist von Hamburg aus nutzte Dr. Wolf Heine an 190 Tagen des vergangenen Jahres unterschiedlichste Verkehrsmittel. Mit dem Verkehrswissenschaftler vom T-Systems Competence Center Traffic sprach Best Practice über Mobilität und Datenverkehr, über Tempo, Vernetzung und altchinesische Philosophie.
8000 Flüge täglich, 50 Millionen Autos auf der Straße und 100 000 Zugverbindungen pro Tag. Welches Verkehrsmittel kommt Ihnen entgegen?
Ein fliegender Teppich vielleicht – trotz Einreiseverbot nach England, wie wir seit „Harry Potter“ wissen? Nein, im Ernst: Es geht nicht um das eine Verkehrsmittel. Es kommt auf die intelligente Vernetzung an. Im Pkw muss die Möglichkeit bestehen, bei widrigen Verkehrssituationen Informationen mobil zu bekommen, ob mich der öffentliche Nahverkehr vielleicht schneller zum Ziel bringt und wo ich mein Auto dann parken kann. Manch gute Idee ist in der Vergangenheit an der mangelnden Vernetzungsmöglichkeit gescheitert. Heute ist die Situation anders. Die nahtlose Vernetzung von IT und Telekommunikation ermöglicht jetzt Dienste, die mobiles Leben einfacher und komfortabler machen. Das gilt im Übrigen auch für Radfahrer und Fußgänger.
Der Megatrend Mobilität strahlt in alle Lebensbereiche aus. Ihr Tipp, um Schritt zu halten?
Mobilität ist ja meistens kein Selbstzweck und von der Entwicklung in unserem Arbeitsleben nicht mehr zu trennen. Früher hat man zu Hause gearbeitet oder ist zur Arbeit gefahren und am gleichen Tag wieder zurück. Heute arbeiten viele Menschen entweder direkt beim Kunden oder auch in den unterschiedlichsten Niederlassungen ihrer Firmen. In jedem Falle sind wir länger als früher unterwegs. Das nimmt durch die Globalisierung noch stärker zu. Da muss man ganz gelassen bleiben.
Wie „gelassen“? Bedeutet steigende Mobilität nicht oftmals mehr Stress?
Stress ergibt sich doch eher durch die Begleitumstände. Man hat es selbst eilig, und vor einem wird jemand nicht mit dem Fahrkartenautomaten fertig oder man staunt über das Eigenleben eines Selfservice-Check-in. Deshalb lautet unsere Vorgabe: Es muss so einfach wie möglich sein! Unser elektronisches Helferlein ist das Handy mit seiner Möglichkeit, Auskunft zu bekommen und ein Ticket zu kaufen. Die Erfahrung mit dem Handyticket etwa im Rhein-Main-Verkehrsverbund zeigt: Ein für die Nutzer einfaches System wird dankbar angenommen. Dafür zerbrechen wir uns doch gern den Kopf.
Es ist also nichts mit Gelassenheit à la „Tue nichts, und alles wird getan“?
Stimmt. Laotse bringt uns heute nicht mehr weiter. Aber einer seiner Zeitgenossen. Wenn wir daran arbeiten, die Nutzung von Verkehrssystemen zu erleichtern, gilt buchstäblich, was Konfuzius sagte: „Der Weg ist das Ziel.“
Stichwort Datenverkehr – wofür nutzen Sie Ihr Handy?
Natürlich auch zum Telefonieren. Ein Handy ist der Schlüsselbund des 21. Jahrhunderts. Wir gehen nicht mehr ohne aus dem Haus. Gibt es ein technisches Instrument, das unser Leben mehr geprägt hat, das von uns mehr akzeptiert wird? Wir können das Handy nutzen, um Hotelbetten zu buchen, Eintrittskarten zu kaufen, den Parkplatz zu bezahlen und bargeldlos kleinere Beträge zu bezahlen. Schnell, bequem, sicher. Gibt es dazu eine Alternative?
Ihr nächster Wunsch im Verkehrsbereich?
Wir haben im vergangenen Winter in der T-City Friedrichshafen das erste NFC-Handyticket für die Schifffahrt am Bodensee eingeführt. Gelegenheitsnutzer bezahlen mit der „KatCard“ auf dem Handy nicht nur ein Drittel weniger pro Fahrt, sondern auch den Fahrschein en passant beim Besteigen der Fähre. Das möchte ich an einem schönen Frühlingstag mal selber nutzen. Und danach wird umgestiegen und eine Runde mit dem Zeppelin NT geflogen.