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„Der Markt für komplette Front-to-End-Lösungen wird wachsen“
Unternehmen auf dem Weg zum Enterprise 2.0 brauchen Plattformen für ihr Wissensmanagement, zur Projektkoordination und für unterschiedlichste Formen der Kollaboration. Pascal Matzke, Vice President Forrester Research, zu Konzepten der ICT Industrie, die dem Einsatz von Social Software im Unternehmenskontext die Tür öffnen.

Open Space Methoden als Werkzeug für hierarchiefreie Kommunikation im Enterprise 2.0 wurden schon vor 25 Jahren entdeckt. „Virtuell“ betrachtet, ist Social Software mit Web 2.0-Erweiterungen nichts anderes. Woher rührt der aktuelle Hype?
Die Frage ist nicht ganz unberechtigt, denn auch die technischen Voraussetzungen, kollektive Intelligenz anzuzapfen, gibt es schon lange. Neu ist, dass mit den Digital Natives eine Generation auf die Arbeitsmärkte strömt, für die Facebook, Twitter und Co. völlig selbstverständliche Kommunikationskanäle sind, auf die sie im Arbeitsalltag nicht verzichten werden. Dieser New Generation, die sich und ihr Wissen – quasi seit Kindesbeinen an – wann immer sie will situativ vernetzt, brauchen Unternehmen mit klassisch eingegrenzten Kommunikations-Prozessen gar nicht zu kommen. Der zweite Grund ist die Globalisierung. Sie zwingt Unternehmen, nicht nur unter Kostengesichtspunkten, Kommunikation in den virtuellen Raum zu verlagern, statt traditionell auf reale Meetings zu setzen. Zugleich ruft die zunehmende Vernetzung der Unternehmen nach konsistenten Kollaborationsplattformen.
Die Frage ist nicht ganz unberechtigt, denn auch die technischen Voraussetzungen, kollektive Intelligenz anzuzapfen, gibt es schon lange. Neu ist, dass mit den Digital Natives eine Generation auf die Arbeitsmärkte strömt, für die Facebook, Twitter und Co. völlig selbstverständliche Kommunikationskanäle sind, auf die sie im Arbeitsalltag nicht verzichten werden. Dieser New Generation, die sich und ihr Wissen – quasi seit Kindesbeinen an – wann immer sie will situativ vernetzt, brauchen Unternehmen mit klassisch eingegrenzten Kommunikations-Prozessen gar nicht zu kommen. Der zweite Grund ist die Globalisierung. Sie zwingt Unternehmen, nicht nur unter Kostengesichtspunkten, Kommunikation in den virtuellen Raum zu verlagern, statt traditionell auf reale Meetings zu setzen. Zugleich ruft die zunehmende Vernetzung der Unternehmen nach konsistenten Kollaborationsplattformen.
Zur ‚wisdom of the crowd’ – der kollektiven Intelligenz, die Sie ansprachen – gilt Enterprise 2.0 als der ‚Schlüssel’ schlechthin. Klingt sehr nach Kommunikationsfolklore, oder?
Hierarchien zu flexibilisieren und erfolgreiche Selbstorganisation zu schaffen ist aussichtsreich, handfest und hat mit Märchenstunde nichts zu tun. Denn die neuen, jungen Mitarbeiter erwarten eine andere Umgangsweise und mehr Transparenz, wenn es darum geht, sie an Entscheidungsprozessen des Unternehmens zu beteiligen. Sie fordern und fördern wie selbstverständlich auch den Wettbewerb untereinander und werden von starren Hierarchien abgeschreckt. Daran müssen Unternehmen arbeiten: Transparenz von der Chef-Etage bis ins Basement – und umgekehrt. Sonst werden Unternehmen die jungen High Potentials von den Universitäten niemals langfristig an sich binden können. Bestenfalls haben sie die Chance, diese Leute wenigstens auf Projektbasis, mit dem Ziel einer ‚many-to-many-Kommunikation’, zusammenzubringen.
Hierarchien zu flexibilisieren und erfolgreiche Selbstorganisation zu schaffen ist aussichtsreich, handfest und hat mit Märchenstunde nichts zu tun. Denn die neuen, jungen Mitarbeiter erwarten eine andere Umgangsweise und mehr Transparenz, wenn es darum geht, sie an Entscheidungsprozessen des Unternehmens zu beteiligen. Sie fordern und fördern wie selbstverständlich auch den Wettbewerb untereinander und werden von starren Hierarchien abgeschreckt. Daran müssen Unternehmen arbeiten: Transparenz von der Chef-Etage bis ins Basement – und umgekehrt. Sonst werden Unternehmen die jungen High Potentials von den Universitäten niemals langfristig an sich binden können. Bestenfalls haben sie die Chance, diese Leute wenigstens auf Projektbasis, mit dem Ziel einer ‚many-to-many-Kommunikation’, zusammenzubringen.
Klingt wie eine kulturelle Herausforderung?
Das ist es für viele Unternehmen ganz sicher. Schauen Sie, in den meisten Firmen finden wir heute mehrere Arbeitsgenerationen im selben Arbeitsumfeld – die ‚Alten Hasen’, die Baby Boomer, die Generation-X und neuerdings die Digital Natives. Das stellt besondere Anforderungen an das Cultural Change Management der Unternehmen. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass jede dieser Generationen ihre eigenen spezifischen Fähigkeiten und Erfahrungen in die Unternehmensprozesse einbringt. Hier sind neue Konzepte gefragt, die das Generationsübergreifende Erlernen der richtigen Skills fördern und so eine neue Kultur von Kommunikation und Kollaboration in den Unternehmen ausprägen helfen.
Das ist es für viele Unternehmen ganz sicher. Schauen Sie, in den meisten Firmen finden wir heute mehrere Arbeitsgenerationen im selben Arbeitsumfeld – die ‚Alten Hasen’, die Baby Boomer, die Generation-X und neuerdings die Digital Natives. Das stellt besondere Anforderungen an das Cultural Change Management der Unternehmen. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass jede dieser Generationen ihre eigenen spezifischen Fähigkeiten und Erfahrungen in die Unternehmensprozesse einbringt. Hier sind neue Konzepte gefragt, die das Generationsübergreifende Erlernen der richtigen Skills fördern und so eine neue Kultur von Kommunikation und Kollaboration in den Unternehmen ausprägen helfen.
Für welche Unternehmen haben Enterprise 2.0-Plattformen vorrangig Bedeutung?
Grundsätzlich alle Unternehmen, in denen extrem kollaborative Prozesse zum Alltag gehören sollten, also etwa das projektorientierte Business, wie Consulting und IT. Dann die Branchen, in denen Research & Development eine wesentliche Rolle spielen, also auch Automotive, sowie Pharma, für die etwa aufwändige internationale Genehmigungsverfahren von Arzneimitteln sehr interaktiv betrieben werden. Und dann natürlich die Hersteller von Konsumprodukten, die ihre Verbraucher in die eigenen Prozesse zur Kundenzufriedenheit und Innovation integrieren müssen.
Grundsätzlich alle Unternehmen, in denen extrem kollaborative Prozesse zum Alltag gehören sollten, also etwa das projektorientierte Business, wie Consulting und IT. Dann die Branchen, in denen Research & Development eine wesentliche Rolle spielen, also auch Automotive, sowie Pharma, für die etwa aufwändige internationale Genehmigungsverfahren von Arzneimitteln sehr interaktiv betrieben werden. Und dann natürlich die Hersteller von Konsumprodukten, die ihre Verbraucher in die eigenen Prozesse zur Kundenzufriedenheit und Innovation integrieren müssen.
Vom Stichwort ‚User generated Content‘ bis zur Mass Collaboration – was müssen ICT-Provider leisten, wenn die Grenzen zwischen Mitarbeitern, Partnern und Kunden zunehmend verschwimmen?
Sie müssen als IT-Factory einen modularen Baukasten auf der Basis von Standards schaffen und diesen – zusammen mit mehr businessorientierten Lösungen – im Kontext der Geschäftsprozesse des Kunden anbieten. Der Markt für komplette Front-End-Kundenlösungen wird wachsen und nur solche Provider mit einem Portfolio, das beide Bereiche eines Kunden – die ‚Standards’ und sein ‚Go-to-Market’ – abdeckt, haben gute Karten. Einzelprovider haben allenfalls eine Chance, wenn sie sich zu ‚Ökosystemen’ zusammenschließen. Anders ist der Challenge „IT als Aggregator und Integrator“ nicht zu schaffen.
Sie müssen als IT-Factory einen modularen Baukasten auf der Basis von Standards schaffen und diesen – zusammen mit mehr businessorientierten Lösungen – im Kontext der Geschäftsprozesse des Kunden anbieten. Der Markt für komplette Front-End-Kundenlösungen wird wachsen und nur solche Provider mit einem Portfolio, das beide Bereiche eines Kunden – die ‚Standards’ und sein ‚Go-to-Market’ – abdeckt, haben gute Karten. Einzelprovider haben allenfalls eine Chance, wenn sie sich zu ‚Ökosystemen’ zusammenschließen. Anders ist der Challenge „IT als Aggregator und Integrator“ nicht zu schaffen.

