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Serie Experteninterviews zu Mitarbeiterübergang

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Outsourcing

Schnell Kontakte zwischen den Betriebsräten geknüpft

26. August 2010

Mit dem IT-Dienstleister gedas übernahm T-Systems im Jahr 2006 auch die über 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ehemaligen Volkswagen-Tochter. Diesen Prozess begleitete Oliver Kohlhund als stellvertretender Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei gedas. Heute arbeitet er bei T-Systems als SAP- Berater und ist Mitglied des Betriebsrats Eschborn Region Mittel-/Nordhessen.
Herr Kohlhund, Sie waren stellvertretender Gesamtbetriebsratsvorsitzender der gedas AG, als die Volkswagen AG den Verkauf ihrer Tochter ankündigte. Wie haben Sie das damals aufgenommen?
Da zunächst niemand wusste, wer gedas übernimmt, war die Verunsicherung im Unternehmen groß. Als 100-prozentige Tochter der Volkswagen AG hatten wir im Grunde nur diesen einen Kunden. Wir befürchteten, dass der neue Käufer versuchen würde, Stellen zu streichen und Standorte zu schließen. Als schließlich die Verschmelzung mit T-Systems feststand, waren alle sehr erleichtert, dass ein deutsches Unternehmen das Rennen gemacht hatte.
Haben Sie mit dem Betriebsrat von T-Systems zusammengearbeitet?
Natürlich, wir haben recht schnell informelle Kontakte geknüpft. Wir haben bald erkannt, dass T-Systems eine starke Mitarbeitervertretung hat, die einen Personalabbau nicht zulassen würde. Uns wurde jedoch auch klar, dass wir künftig in völlig anderen Strukturen arbeiten würden. Was das für jeden Einzelnen konkret bedeutet, wussten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Die Kolleginnen und Kollegen von T-Systems halfen uns jedoch sehr mit Informationen, wie so eine Verschmelzung abläuft.
Was war aus Ihrer Sicht als Betriebsrat besonders wichtig, damit der Übergang klappt?
Die Geschäftsleitung sicherte uns den Erhalt aller Standorte und Arbeitsplätze zu, es sollte keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Auch in finanzieller und sozialer Hinsicht sollte niemand schlechter gestellt werden. Das gab uns Sicherheit. Damit sich die Kolleginnen und Kollegen gut bei T-Systems integrieren konnten, mussten wir zugleich Aufklärungsarbeit leisten. Als Betriebsrat waren wir daher überall präsent: Wir nahmen an Info-Veranstaltungen der Geschäftsleitung teil und organisierten eigene Termine. Viele Fragen beantworteten wir auch im Arbeitsalltag, etwa in der Kaffeeküche oder auf dem Flur. Die Mitarbeitervertretung von T-Systems unterstützte unsere Arbeit kontinuierlich, indem sie jederzeit für Rückfragen zur Verfügung stand und bei Terminen und Veranstaltungen ebenfalls präsent war. Auch nach der Verschmelzung beider Firmen konnten wir unsere Betreuungsarbeit fortsetzen: Dank einer Sonderregelung gab es sogar noch zwei Jahre lang einen eigenen Betriebsrat für die Neuzugänge von gedas.
Waren Betriebsrat und Mitarbeiter zufrieden mit dem Ablauf des Übergangs?
T-Systems hielt alle Zusagen ein. Alle Standorte blieben erhalten. Niemand wurde finanziell schlechter gestellt. Auch mit den Sozialleistungen bei T-Systems sind wir hoch zufrieden. Jeder ehemalige gedas-Mitarbeiter hat bei T-Systems gute Einsatzmöglichkeiten gefunden. Kollegen auf allen Ebenen haben zum Teil sogar einen richtigen Karriereschub erlebt. Weil sich bei T-Systems das Kerngeschäft um ICT dreht, bieten sich insgesamt mehr Möglichkeiten. Über interne Weiterbildungen stehen beispielsweise Wege in andere Positionen oder Bereiche offen.
Fühlen Sie sich heute noch immer bei T-Systems wohl?
Bei gedas hatte ich mich wohl gefühlt und auch bei T-Systems ist dies der Fall. Es gibt natürlich überall Hochs und Tiefs – doch bietet sich hier ein wesentlich breiteres Einsatzspektrum und für eine größere Flexibilität. Es sind viele kleine Dinge, die nicht selbstverständlich sind, und die die Mitarbeiter an T-Systems schätzen.
Herr Kohlhund, vielen Dank für das Gespräch.

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